Die Eigenschaften der Flüssigkeiten

Bei den meisten Phänomenen der Mechanik denkt man vor allem an Festkörper. Festkörper haben eine Form, die sich nur mit erheblichem Energieaufwand ändern lässt. Flüssigkeiten hingegen passen sich ihrer Umgebung praktisch automatisch an, woraus sich einige von den Festkörpern unterschiedliche physikalische Phänomene ergeben.
Der Grund für diese Unterschiede sind die sogenannten Kohäsionskräfte, die die Einzelnen Moleküle eines Stoffes zusammenhalten. Diese sind bei Flüssigkeiten wesentlich schwächer als bei Festkörpern und bei Gasen noch einmal entscheidend geringer.


Wenn man eine Flüssigkeit, wie zum Beispiel Wasser, in ein Gefäß füllt, kann man im Gegensatz zu beispielsweise Sand keine dauerhaften Spuren in die Oberfläche zeichenen. Dies liegt an einer entscheidenden Eigenschaft aller Flüssigkeiten:

Ruhende Flüssigkeiten haben eine waagerechte, ebene Oberfläche. Das Lot durch diese ebene Oberfläche geht durch den Erdmittelpunkt.

Dies gilt logischerweise nur im Schwerefeld eines Planeten. Genau genommen ist die Oberfläche einer Flüssigkeit auch nicht wirklich eben, sondern eine Kugeloberfläche, wobei der Kugelradius dem Abstand vom Erdmittelpunkt entspricht. Diese Krümmung ist aber praktisch nicht wahrnehmbar, so wie wir ja auch nicht erkennen, dass wir auf einer Kugel leben. Lediglich beim Blick aus dem All auf die Erde wird es an den Ozeanen sichtbar.