Die Adhäsion und die Kapilarkräfte

Neben den Kohäsionskräften, die zwischen den Molekülen des gleichen Stoffes wirken, gibt es auch noch die Adhäsionskräfte, die zwischen den Molekülen zweier verschiedener Stoffe auftreten.

Durch beide Kräfte zusammen wird das Phänomen von benetzenden und nichtbenetzenden Flüssigkeiten hervorgerufen. Taucht man beispielweise einen Glasstab in Wasser, so werden Tropfen an ihm haften bleiben, verwendet man aber statt des Wassers Quecksilber, so bilden sich keine Tropfen. Der Grund ist, das im ersten Falle die Adhäsion, im zweiten die Kohäsion größer ist. Man bezeichnet Flüssigkeiten, bei denen die Adhäsion größer ist als benetzende, andere als nichtbenetzende Flüssigkeiten.


Wichtig ist zu beachten, das die Adhäsionskräfte von beiden Stoffen abhängig sind. das bedeutet, dass Wasser sich gegenüber Papier zwar benetzend, gegenüber Fett aber nicht benetzend verhält. Benetzend ist eine Flüssigkeit also immer gegenüber einem anderen Stoff. Die Kohäsionskräfte bleiben aber logischerweise immer konstant.

Dieser Effekt wird auch sichtbar, wenn man die Flüssigkeit in ein Gefäß füllt:
Benetzende Flüssigkeiten stehen am Rand höher als in der Mitte, nichtbenetzende tiefer.

Besonders deutlich wird dies an sogenannten Haar- oder Kapilarröhren, also Gefäßen, deren Wände sehr dicht bei einander liegen. Hier werden benetzende Flüssigkeiten deutlich nach oben gezogen und nichtbenetzende nach unten gedrückt. Es gilt:


In Kapilarröhren werden benetzende Flüssigkeiten emporgezogen und nichtbenetzende hinabgedrückt. Die Wirkung steigt, je enger die Röhren sind.

Diese Kapilarkräfte sind im Alltag oft anzutreffen. Durch sie saugt Löschpapier Wasser auf und steigt Öl im Docht auf. Auf der anderen Seite wird ausgenutzt das sich Wasser gegenüber Fetten nichtbenetzend verhält, wenn Vögel sich durch fettige Federn schützen oder Seeleute "Ölzeug" tragen.